Alpentour 2009

Alpentour 2009

15.08.2009
Gegen 14.30 Uhr waren alle in Imst angekommen, wo wir uns erst zu einem kühlen Getränk zusammengesetzt haben. Nachdem wir den Bus ausgeladen und alle Räder zusammengebaut hatten, belegten wir unsere Zimmer. Beim ausgedehnten Spaziergang am Inn holten wir uns den Appetit für das tolle Abendessen. Alle waren gespannt, was der morgige Tag bringen wird und so gingen wir zeitig zu Bett.

16.08.2009
1. Etappe Imst nach Prad, 107 km, 2030 HM
Wider Erwarten waren alle eine halbe Stunde vorzeitig startfertig. Und so traten 10 begeisterte Radsportler bei blauem Himmel und Sonnenschein in die Pedale zur Alpenrundtour. Die erste große Herausforderung kam nach 10 km. Bei schon warmen Temperaturen stiegen wir in die Piller Höhe (1558 HM) ein. Vor dem Einstieg wurde heiß diskutiert, wann denn die ersten Gelpacks eingeworfen werden müssen. Oben angekommen hatten wir einen super tollen Blick ins Tal bis Landeck. Auf der darauf folgenden Abfahrt nach Fließ (1040m) hatte Klaus einen Platten, was nur durch das Tauschen des Hinterrades zu beheben war. Dadurch, dass Frank alle 10 km auf uns wartete, war er sofort zur Stelle.

Die nächsten 35 km führten uns durch das leicht hügelige Tal. Ried, Tösens (930m), Vinadi (1090m) bis nach Martina (1041m). Die Sonne brannte und am Himmel war keine einzige Wolke zu sehen. In Martina wurden die Fahrer getauscht. Frank packte sein Rad aus und Michael seins ein. Dann folgte der 2. Tageshöhepunkt. Die Norbertshöhe und der Reschenpass (1455 HM) forderten alle noch einmal heraus. Dank des Verpflegungswagens, welcher in regelmäßigen Abständen auf uns wartete, musste keiner Hunger und Durst schieben. In Prad erwartete uns ein Nostalgiehotel von 1826, von dem wir dachten, die Zeit sei hier stehen geblieben.

17.08.2009
2. Etappe Prad nach Grosio, 74 km, 1945 HM

Wieder sind wir bei blauem Himmel und 30 Grad gestartet. Heute war die Königsetappe mit dem Gipfel auf 2758 HM. Ab Prad ging es direkt in den Pass zum Stilfser Joch. Der Anstieg war 25 km lang mit insgesamt 48 Kehren. Kurt brachte den Bus bis zur Franzenhöhe (2200m) und rollte uns dann mit dem Rad wieder entgegen.

Wir anderen fuhren gemeinsam ab Prad (900m) zum Einstieg Stilfser Joch. Klaus und Steffi setzten sich bald von der Gruppe ab. Es schloss sich noch ein Schweizer Rennradfahrer an. Vor der 46. Kehre rollte Kurt an uns vorbei und jubelte uns zu. Klaus musste etwas später abreißen lassen. Der Schweizer und Steffi strampelten gemeinsam bis zur 22. Kehre (Franzenhöhe), wo der Bus wartete. Zwischenzeitlich hatte Kurt Steffi allerdings an der 24. Kehre wieder eingeholt.

Die anderen kamen wie an einer Perlenkette aufgereiht am Zwischenstopp an. Der Blick in die traumhafte Landschaft entschädigte uns für machen Schweißtropfen. Auf dem Gipfel wurden wir von den Massen von Touris empfangen. Der Akku wurde aufgetankt und dann ging es voller Konzentration 25 km bergab nach Bormio. Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen mussten wir noch mal bis zum Ziel zusätzliche 300 Höhenmeter überwinden. Von dort aus führten uns die letzten 20 km bis nach Grosio (615m) mit einem Platten an Edwards Hinterrad. Aber es war nur ein Platter.  Das Hotel entschädigte uns für alles. Wellnessoase und super nette italienische Kellner.

18.08.2009
3. Etappe Grosio nach Fondo/ Malosco, 114 km, 2750 HM

Heute strahlte uns wieder die Sonne an und wir waren alle wie immer guter Laune. Wir brauchten auf keinen warten und alle packten mit an. Von Grosio nach Bormio nahmen wir uns einen Shuttlebus, da die Etappe von Bormio direkt in den Gavia Pass (2610HM) führte. Von dort ging es direkt in den Einstieg zum Gavia Pass (2610m).

Wie auch in den letzten Tagen bildeten sich die alt bewährten Gruppen. Kurt konnte uns von der Jeantex Tour noch einige Erfahrungen zu diesem Pass mit auf den Weg geben. Kurt fuhr auch wie an den anderen Tagen zwischen den einzelnen Gruppen hin und her und schaute nach dem Rechten. Kurt betätigte sich auch regelmäßig als Marias Gelpacköffner. Wieder waren wir beeindruckt von der fantastischen Landschaft. Jeder suchte sein Tempo und so kamen wir nach 25 km wieder wie eine Perlenkette an. Alle strahlten oben und so konnte jeder die Abfahrt, welche sehr steil war (stellenweise 16%) in Angriff nehmen. Kurt warnte uns vorher vor einem Tunnel, welcher durch einen Knick in die Finsternis führte. Wir beschlossen alle vor diesem Tunnel zu warten, weil der Bus als Lichtspender dienen sollte. Der 1. Tunnel kam und Kurt schickte uns alle durch, weil er der Meinung war, dass der Dunkeltunnel noch kommt. Oh wie war es doch dunkel. Nach erfolgter Durchfahrt sammelten wir uns alle unten und mussten feststellen, dass kein Tunnel mehr kam. Wie kam das???

Als wir uns am Ende der Abfahrt in Precasaglio (1370m) sammelten, hatte Klaus erneut einen Platten. Nach dieser Zwangspause ging  es in den Anstieg zum Passo Tonale (1885m). 15 km später erreichten wir das riesige Plateau mit seinem Skigebiet. Da wir noch gut 60 km vor uns hatten, ging es ohne große Pause weiter. Es folgte eine ca. 45 km lange Abfahrt bis nach Monclassico (740m). Für die letzten 20 km bis nach Fondo/Malosco (1040m) stärken wir uns auf einer Apfelplantage mit kalter Cola. Über Tag waren die Temperaturen auf 35 C angestiegen. Endlich erreichten wir nach dem letzten Anstieg unser Hotel. Wir sind super begeistert. Nette Menschen, keine Autostraße, kein Zug, super Service.

Fazit nach 3 Tagen: Super Stimmung, tolles Wetter, kleine Pannen, alle gesund, der hohe Trainingsaufwand von allen hat sich gelohnt.

19.08.2009
4. Tag Mendelpass – Penserjoch 98 km/2480 HM

Wieder blauer Himmel, Sonne, sehr hohe Temperaturen. Und wir starten um 09:05 zum Mendelpass (1363m). Der Anstieg war genau richtig zum Einrollen. Dann geht es nach Bozen (261m). Die Abfahrt war ein Traum. Edward und sein Navi führten uns sicher durch die Innenstadt von Bozen.

Dann kamen heiße 45 km Anstieg zum Penserjoch (2215km). Die ersten 35 km gingen gleichmäßig stetig Berg an. Leider aber nur auf 1560 m. Mittlerweile sind es 38 C. Bei km 75 machten wir eine größere Pause. Die Männer erfrischten sich in einem Bach. Dann kamen harte 10 km mit ca. 700 HM. Steffi versuchte Peter nicht aus den Augen zu verlieren. Nicht absteigen lautet ihre Divise! Schön seine Kräfte einteilen. Nach 85 km in 04:54:00 hat Steffi nach Peter das Ziel erreicht.  Doris und Maria tauften den Pass um: Peiniger Joch!!!!! Dann folgten 11 km bergab bis nach Sterzingen (943m). Leider liegt unser Hotel wieder an einer Hauptstraße. Das Personal ist sehr unfreundlich und das Essen nicht gut. Unsere Hoffnungen liegen auf Morgen in St. Leonhard.

20.08.2009
5. Tag Jaufenpass 38 km/1157 HM

Blauer Himmel, Sonne, warm!!!!!! Auch wenn es sich langweilig anhört. Obwohl wir erst um 07.30 Uhr frühstücken konnten, sind alle um 08.45 Uhr zur Abfahrt bereit. Uns erwartete der Jaufenpass (2099m). 21 km geht es hoch. Die Strecke führte uns zuerst durch den Wald. Bereits nach 5 gefahrenen km kam die große Überraschung! Maria stürmte an allen vorbei. Und zwar so schnell, dass keiner von uns ihr folgen konnte, obwohl einige auf Marias Pinkelpause gehofft hatten. Bei heißen Temperaturen und viel Sonne genossen wir kalte Getränke oben auf der Hütte. Die Abfahrt führte uns nach St. Leonhard (700m). Wir machten allerdings noch einen Stopp in einem Biergarten und genossen Kaiserschmarn und Latte Macchiato.

Nach 38 km erreichten wir den Ort. Dann kommt es zum großen Drama. Steffi hatte sich bei der Hotelbuchung um einen Tag vertan. Somit hatten wir keine Unterkunft für den heutigen Tag. Das Touristikbüro war uns allerdings eine große Hilfe und besorgte uns 3 Hotels, in denen wir unter kommen konnten. Zum Hotel von Kurt, Doris, Maria und Edward gehörte ein Freibad. Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten, tobten wir uns im Wasser (stundenlang mit einem kaputten Ball) aus. Nach dem gemeinsamen Abendessen, bummelten wir bei Wein und Blasmusik über die Einkaufsmeile.

21.08.2009
6. Tag Timmeljoch 100 km/2155 HM
Bewölkter Himmel, Sonne, warm!!! Um kurz nach 08.00 Uhr trafen alle am Bus ein, um ihre Rennräder für den letzten großen Anstieg zu kontrollieren. Es wird geölt, gepumpt und geschraubt. Um 08:58 Uhr starteten wir. Kurt brachte den Bus bis zum km 15 und fuhr uns dann wieder mit dem Rad entgegen. Diesmal versuchte Klaus einen Ausreißversuch. Nachdem wir uns am Bus gestärkt hatten, ging es auf die letzten 15 km bis zum Gipfel. Peter, Frank und Steffi fuhren gemeinsam in die ersten Kehren.

Leider verlor Peter seine Brille und muss sich zurückfallen lassen. 4 km vor dem Ziel zog Frank noch einmal das Tempo an. Keiner konnte mitgehen. Alle erreichten überglücklich den letzten Gipfel unserer Tour. Es wehte ein kalter Wind. Wir entscheiden uns für den sofortigen Abstieg. Warm verpackt geht es nun 40 km bergab. Diesmal ereilte es Frank. Das Ventil platzte ihm bei ca. 50 km/h weg. Aber das Auto kam zur richtigen Zeit und das Hinterrad wurde ausgetauscht. Bei Kaffee und Kuchen erholten wir uns von dem schönen Anstieg und der Abfahrt, bevor es auf die letzten 30 Km der Tour ging. Überglücklich erreichten wir unser Hotel in Imst.

22.08.2009
7. Tag Imst

In der Nacht ging ein Gewitter mit starkem Regenfall nieder. Alle Straßen waren am Morgen nass.
Wir müssen doch alle Engel sein, dass wir uns all die Tage keinen Gedanken über Regenbekleidung machen mussten.
Wir verbrachten noch einen gemeinsamen Tag in Imst. Es wurde gewandert. Durch die Rosengartenschlucht ging es hinauf zur Untermarkter Alm. Dort stärkten wir uns, da wir den Regenschauer abwarteten. Mit der längsten Rodelbahn ging es heimwärts.

Streckenprofil als PDF-Download
Weitere Bilder finden Sie in unserer Fotogalerie.

Pressebericht zur Alpentour
Am 09. Juni veröffentlichte die WZ einen Pressebericht über die geplante Alpentour unserer Radsportgruppe.
Dort wurde über die Teilnehmer, die Vorbereitung und den Verlauf der Tour berichtet. ...zum Pressebericht


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