Alpentour 2011
Alpentour 2011
13.08. Anfahrt, 14.08. bis 20.08.2011 Rundtour
Gegen Mittag, am Samstag den 13.08. trafen alle in Kirchberg ein. Die Mutigen nutzten den sonnigen Nachmittag, um das Kitzbühler Horn zu erklimmen.
Bei den Rennfahrern ist das Kitzbühler Horn der anspruchsvollste Pass in Österreich. Die Streckenlänge schreckt nicht so sehr ab, allerdings gibt es keine Erholungsphase. Kontinuierlich geht es mit 10 bis 18 Prozent Steigung steil bergauf, teilweise ist ein Anstieg von über 2 km mit 22 % zu bewältigen.
Drei Fahrer von uns schafften diesen Anstieg und die sehr anstrengende Abfahrt. Am Abend wurden alle Einzelheiten über diese „Einrollrunde“ ( 34,2 km mit 1050 HM) ausgiebig diskutiert. Alle waren sich einig, einmal diesen Pass fahren, sollte genügen.
1. Tag - 14.08.2011
Kirchberg in Tirol nach Bruck an der Großglocknerstrasse.
Länge: 78 km; Hm: 750
Am nächsten Tag starteten wir pünktlich um 9.00 Uhr unsere diesjährige Alpentour 2011. Bei Sonnenschein und guter Laune radelten wir auf dem asphaltierten Leukertalradweg entlang den Flusses Bichl. Dann ging es über den Pass Turn nach Bruck an der Großglocknerstrasse. In Mittersill wurde eine Kaffeepause eingelegt.
Auf der letzten Etappe war Panoramablick pur! Nach 78 km und 750 HM erwartete uns das Hotel Post in Bruck. Der erste Tag ist geschafft! Und das Material hat gehalten. Morgen werden wir um 7.30 Uhr zum Großglockner auf brechen.
2.Tag - 15.08.2011
Bruck nach Oberdrauburg,Länge: 98 km; Hm: 2472
Heute stand eine der schwersten Etappen auf unserem Programm. Von Bruck an der Großglocknerstraße –Nordrampe von Bruck 32 km- nach Oberbrauburg.
Nach einem Gewitter in der Nacht, machten wir uns auf Anraten unserer Hotelbesitzer bereits um 7.33 Uhr auf den Weg zum Großglockner. Somit wollten wir dem Verkehr mit Bussen und Touristen aus dem Weg gehen. Die Nebelwolken hingen noch tief im Berg, aber das Wetter sah nicht so schlimm aus, wie erwartet. Gemäß Wetterbericht wurde erst für den Nachmittag mit heftigem Regen gerechnet. Die ersten 10 km bis Fusch nutzten wir zum Einrollen. Dann ging es in den Berg.Ein erstes Steilstück mit 9 % bis zur Bärenschlucht (1021 m) ist nur 1,5 km lang. Danach geht es mit 4 bis 5 % weiter zur Mautstation Ferleiten (1145 m).
Unmittelbar nach der Mautstation beginnt die Steigung mit 10 % (max. 12 %), und dabei bleibt es auch bis zur Passhöhe. Über viele Kehren mit Namen wie Piffkar (1620 m), Hexenküche (2058 m) und Edelweißwand (2230 m) geht es zum ersten Hochpunkt, dem Fuscher Törl (2394 m).
Bei km 16 war die erste Verpflegungsstation. Dann wurde der Nebel immer dichter und die Sicht lag bei ca. 20 Meter. Noch kein Regen, aber der Nebel legte sich auf den ganzen Körper.
Die Steigungen zwischen 8-14% wurden von allen fantastisch gemeistert. Nach dem Fuscher Törl (2394m) rollten wir 2 km berg ab. Nach dieser ungewollten Abfahrt ging es wieder hinauf, nun aber endgültig mit bis zu 14 % auf das 2571 m hohe Hochtor, der höchste Punkt der Großglockner-Hochalpenstraße.Mit wärmender Abfahrtskleidung fuhren wir hinunter zur Kaffeepause nach Heiligenblut. Als wir uns nach der Pause wieder auf den Weg machten, ahnten wir nicht was uns noch erwartete. Die letzten 48 km mussten wir dann leider im strömenden Regen (Strippen) bis nach Oberdrauburg zurücklegen. Am Iselsbergpass (4km) wurden die letzten Körner verschossen und es gab keine Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Das hohe Tempo hielt die Körpertemperatur hoch und ein kurzer Stopp nach dem Pass ließ uns trotzdem lächeln. Die Regeneration erfolgte mit sehr heißer Dusche, AM Sport und Kirchgang. Somit stand einem sonnigen Tag morgen nichts mehr im Weg.
3. Tag - 16.08.2011
Oberdrauburg nach Sillian, Länge: 71 km Hm: 1650
Der Blick morgens aus dem Fenster ließ nur erahnen, was für tollen Sonnentag es heute geben wird. Schon vor dem Frühstück hatte Kurt die Räder gewartet. Geputzt, geölt, geschmiert und Luft nachgefüllt. Alle Spuren vom Vortag wurden beseitigt. Ohne dass wir uns großartig warm fahren konnten, ging es direkt in den Gailbergpass über 6 km.
Die Route führte uns auf der Kartitschen Dolomitenstraße durch das Lesachtal. Die Strecke war sehr wellig und hatte Rampen von bis zu 10 % dabei, welche schnell überwunden wurden. Das Lesachtal ist ein ziemlich enges Gebirgstal mit tief eingeschnittenem Flusslauf, also mit steilen Flanken.
In Maria Luggau wurden bei Käsesahne und Sachertorte unsere Tanks wieder aufgefüllt. Immer wieder verzauberte uns die herrliche Landschaft. In Sillian erwartete uns die Jugendherberge Schwarzer Adler (hier hat bereits Johann Strauß in seiner Jugendzeit genächtigt).
Diesmal konnten wir uns noch die Beine vertreten und genossen bei den heißen Temperaturen das Weizenbier (natürlich alkoholfrei).
4. Tag - 17.08.2011
Silian nach Pedraces, Länge: 103 km; Hm: 2450
Heute Morgen sind wir um 8.24 Uhr bei warmen Temperaturen und strahlendem Sonnschein in Sillian gestartet.
Unsere Jugendherberge Schwarzer Adler lag direkt an der Ortdurchgangsstrasse. Aufgrund dessen sahen einige von uns so aus, als hätten sie zu wenig Schlaf bekommen. Wir fuhren auf dem Radweg von Sillian nach Toblach. Der Weg war gut ausgebaut und komplett asphaltiert. Von Toblach aus ging es durch das Höhlensteintal nach Cortina d`Ampezzo. Der erste Teil der Strecke war sehr stark befahren. Wir fuhren nicht auf dem direkten Weg nach Cortina, sondern machten einen Abstecher über die drei Zinnen.
Einige von uns wagten sich hinauf zum Gipfel. Die Strecke von 7 km hatte einige Rampen von 12 – 17 %. Oben wurde man mit einem schönen Panoramablick belohnt. Von dort aus geht es weiter nach Pedraces.
Den folgenden Passo Tre Croci (4,2 km) haben wir gar nicht richtig wahrgenommen. Die nächste schwere Etappe war der Passo di Falzarego mit 16 km Länge und noch einmal 900 HM. Der war härter als erwartet. Die drei Zinnen und die Hitze verlangten unserem Körper alles ab. So manche von uns fuhren am Limit. Als alle dachten, der letzte Pass wäre geschafft, kam noch einmal der Anstieg von 1 km und 80 HM zum Passo di Valparola. Das Panorama entschädigte für alle Quallen.
Ab da ging es 25 km abwärts bis in unser Hotel in Pedraces. Auf die Jugendherberge folgte nun das Luxus Sporthotel abseits aller Straßen.
5.Tag - 18.08.2011
Pedraces nach St.Vigil, Länge: 88 km, Hm: 1900
Unser Luxushotel bot uns früh bei herrlichem Sonnenschein ein richtiges Sportlerfrühstück. Da wir auf der Rücktour unserer heutigen Etappe wieder durch Pedraces mussten, beschlossen wir, den Bus vor dem Hotel stehen zu lassen. Somit konnten alle die Sella-Runde fahren.
Wir stiegen in Corvara in die Sella-Runde ein. Unser erster Pass war der Passo di Campolongo mit 6,5 km und 320 HM. Die Straße führte uns durch ein flaches Tal und es ergeben sich immer wieder schöne Blicke hinunter auf die Häuser im Tal. Der 2.Pass ist der Passo di Pordoi. Von dem Ort Arabba geht es 9,3 km und 647 HM hoch. Er wurde zu keiner Zeit langweilig. Auf dem Pordoi füllten wir unsere Trinkreserven wieder auf, denn die Sonne brannte ganz schön auf unser Haupt. Nach der Abfahrt vom Pordoijoch ging es direkt in den nächsten Anstieg. Das Sellajoch mit seinen 6,5 km und 748 HM empfanden alle als den schwierigsten Anstieg. Denn hier trafen wir auf keine langen gerade Stücke. Oben auf dem Joch hatten wir einen tollen Blick auf den Langkofel. Und auf die nächste Abfahrt folgte auch gleich wieder der nächste und für uns letzte Anstieg. Es ging hinauf zum Grödnerjoch. Um uns herum breitet sich eine wahre Bilderbuchlandschaft der Dolomiten ausund der mächtige Gebirgsstock kam uns ganz nah. Nach einem schnellen Passfoto lockte uns der Kaffeeduft zurück ins Hotel nach Pedraces.
Wir waren alle stolz auf unsere Leistung und waren uns einig, dies war ein einzig artiger Tag. Ganz entspannt rollten wir die letzten 20 km nach St.Vigil.
6. Tag - 19.08.2011
St. Vigil nach Matrei; Länge: 88 km, Hm: 2180
Wieder aller Vorhersagen sollte es heute wieder ein sehr heißer, sonniger Tag werden. Bereits 1 km nach unserem Start am Hotel, steigen wir in den Furkelsattel ein.
Der Furkelsattel stellt die kürzeste Verbindung zwischen dem Gadertal und dem östlichen Pustertal dar. Die ersten paar Kilometer führten uns durch den Wald und waren mit Steigungen von 10 % für den Start noch angenehm. Dann begann der steilste Abschnitt mit Steigungen von 15%, welche teilweise über 2 km gingen. Auf der Passhöhe angekommen mussten wir alle erst einmal durchatmen. Nach einer schönen Abfahrt fahren wir durch das Antholzertal Richtung Staller Sattel.
Bis zum Sattel müssen wir 23,5 km und 1125 HM überbrücken. Anfangs war das Streckenprofil noch nicht sehr anspruchsvoll. Ab Kilometer 13 lag die durchschnittliche Steigerung bei 10%. Für eine Fahrt durch ein Tal ganz schön anstrengend. Am Antholzer See legten wir eine kurze Rast ein, bevor es auf die letzten 7 km und ca.450 HM auf den Stallersattel geht. Für die nächsten 3 km betragen die Steigerung im Durchschnitt 8-10%. Auf den letzten Kilometern bis zum Sattel sind es ca.13%.
Auf der Straße wird der Verkehr mittels einer Ampelanlage jeweils in eine Richtung freigegeben. Somit hatten wir auf der Auffahrt nicht mit den Autos zu kämpfen. Die Passhöhe des Stallersattel befindet sich direkt auf der Landesgrenze Österreich / Italien am südwestlichsten Zipfel des Nationalparks Hohe Tauern. Auf beiden Seiten sind wunderbare Landschaften und malerische Ortschaften zu entdecken. Nach dem traditionellen Passfoto erwartete uns eine Abfahrt von 43 km bis in unseren Zielort Matrei. Auf ungefähr der Hälfte der Abfahrt war der Anreiz sich in dem kühlen Gebirgsbach abzukühlen so groß, dass einige von uns in die Schwarzach gesprungen sind. Im Hotel wurde nach Kaffee und Topfenstrudel das Schwimmbad unsicher gemacht.
7.Tag - 20.08.2011
Matrei nach Kirchberg; Länge: 74 km, Hm: 1625
Auch am letzten Tag scheint die Sonne. Die ersten 15 km gehen durch offene Tunnel bis zum Felbertauerntunnel. Dort mussten wir den Rad-Shuttle-Dienst durch den Tunnel in Anspruch nehmen.
Über den Pass Thurn, diesmal von der anderen Seite, ging es zurück nach Kirchberg. 10 km vor dem Ziel stellte sich ein Cafe uns in den Weg und es gab eine große Pfanne Kaiserschmarrn für alle. Eine anspruchsvolle, ereignisreiche und landschaftlich schöne Tour ging zu Ende.
Weitere Bilder finden Sie in unserer Fotogalerie
















